MANGELERSCHEINUNG PUTZABLÖSUNG
Bereits nach kurzer Zeit bildeten sich Anschlussrisse mit Folge von Putzablösungen an den Metallzargen einer Gewerbeimmobilie. Das neu hergestellte Gebäude wurde mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) mit Mineralfaser versehen.
Das WDVS musste an mehreren Anschlüssen geöffnet werden um die Konstruktion und den Putzanschluss überprüfen zu können.
URSACHE:
Prinzipiell sind diese Metallzargen nicht für den Anschluss mit einem starren Fassadenputz geeignet. Es bedarf hierfür ganz besonderen Vorkehrungen. Im vorliegenden Fall wurde nicht einmal der Standardanspruch an die Putzanschlüsse ausgeführt. Neben der mangelhaften Ausführung liegt zudem ein Planungsfehler vor. Die Metallzargen verändern ihre Länge bei Temperaturdifferenzen von -10°C bis 40°C in diesem Fall um bis zu 15mm! Ein starr angeputztes System muss zwangsläufig abreisen. Das Eindringen von Feuchtigkeit mit Putzzerstörung ist die Folge. Da hilft auch keine Acrylfugenmasse, da diese für die Fassade, und erst recht nicht dauerhaft eine Dichtfuge darstellen kann.
SANIERUNG:
Die gesamten Fensterzargen müssen zusätzlich mit einem Flansch nachgerüstet werden, auf den ein Spezialprofil mit ausreichender Bewegungstoleranz gesteckt werden kann. Der gesamte Zargenanschluss muss dann neu hergestellt werden. Aus technischen und optischen Gründen ist die komplette Überarbeitung der Fassade erforderlich.
Diese Art der Fensteranschlüsse finden - aus architektonischen Gründen verständlich - großen Zuspruch. Der Anschluss funktioniert, aber er muss mit Sachverstand geplant und mit Sorgfalt ausgeführt werden.
